Über den Gründer

Der Anfang

Friedrich Holzwarth wurde am 11. Januar 1928 in Maubach, Kreis Backnang, geboren. Er war das siebte der 14 Kinder von Wilhelm und Sophie Holzwarth. Nach der Volkshochschule begann Friedrich Holzwarth eine Lehre als Schäftemacher in Backnang.

Krieg, Krankheit und Kinder

1944 wurde er in den Militärdienst einberufen und in Polen als Luftwaffenhelfer bei der Flak ausgebildet. Nachdem seine Einheit von der Ostfront überrollt worden war, floh er im Januar 1945 bei eisigen Temperaturen über Polen und Tschechien nach Deutschland. Umgehend wurde er an die Westfront geschickt, wo er am 8. April in amerikanische Gefangenschaft geriet. Im Hungerlager Bad Kreuznach erkrankte er an Tuberkulose und wurde nach drei Monate völlig abgemagert entlassen.

Zuhause setzte er seine Ausbildung im technischen und kaufmännischen Bereich des elterlichen Betriebs fort, der Schuhe und Lederwaren erzeugte, importierte und verkaufte. Bis 1949 hatte sich seine Krankheit jedoch derart verschlechtert, dass er in ein Tuberkulose-Sanatorium eingeliefert werden musste. In zwei schweren Operationen wurden ihm dort sieben Rippen entfernt und die linke Lungenseite stillgelegt. Im April 1950 wurde er als unheilbar entlassen.

Im Jahr 1951 heiratete Holzwarth Lucie-Helene Traichel (1931). Zeitgleich wurde er von seiner Krankheit geheilt. Er selbst hat dies oft als „großes Wunder Gottes“ bezeichnet. Das Ehepaar Holzwarth bekam elf Kinder.

Unternehmenskrise mit göttlichem Beistand

Im selben Jahr erhielt sein Vater einen Schlaganfall und verstarb ein Jahr darauf. Deshalb sollte Holzwarth die Leitung übernehmen. Da der Betrieb veraltet war, waren die Erzeugnisse schwer zu verkaufen. In seiner Not betete Holzwarth zu Gott und versprach, für jeden größeren Auftrag ein Kapitel aus der Bibel auswendig zu lernen. Es dauerte nicht lange, bis die ersten größeren Aufträge eingingen.

1957 übernahm Holzwarth den elterlichen Betrieb und musste dadurch öfters ins Ausland reisen. Dort besuchte er verschiedene christliche Versammlungen. Sein Wunsch war, Menschen zu finden, die wie er als Jesu Nachfolger leben wollten. 1960 kam Holzwarth auf einer Allianzkonferenz in Leonberg mit Brüdern aus Norwegen in Verbindungen. Über diesen Weg fand er seine geistliche Heimat in der christlichen Gemeinde (DCG).

Holzwarth kaufte das alte Schulhaus in Maubach, um seinen Schuhbetrieb in ein modernes Selbstbedienungsgeschäft weiterzuentwickeln. Er verwendete rollbare Schuhregale, um den großen Raum im Erdgeschoss auch für christliche Versammlungen nutzen zu können.

Missionar und Helfer

Holzwarth hatte eine besondere Fürsorge für die Menschen. Er hatte zu einem glücklichen Leben gefunden und wollte seine Mitmenschen gerne für das gleiche Leben gewinnen. Da er aufgrund seiner Verkaufstätigkeit viele südliche und östliche Länder bereiste, bot sich ihm die Gelegenheit, auch in diesen Ländern Kontakte zu anderen Christen aufzubauen, die an dem gleichen Leben interessiert waren.

Um möglichst vielen Menschen in den oft sehr armen Ländern helfen zu können, begann Holzwarth mit missionarischer und hilfstätiger Arbeit. Nach und nach entwickelte sich daraus ein Missions- und Hilfswerk, dass mittlerweile Hilfsgüter aller Art sowie christliche Literatur und Medien zu Tonnen an tausende Adressen in Süd- und Osteuropa sowie Südamerika gesendet hat.

Trotz fortgeschrittenem Alter ist Friedrich Holzwarth an der Weiterentwicklung des Missionswerkes interessiert. Aus der organisatorischen Verantwortung hat er sich jedoch altersbedingt zurückgezogen.